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ZEITREISE
AUF

KUNSTEBENE
Schilderung des Arbeitskonzeptes

Malerei und Fotografie –
Robert Alain Golay und Pierre Laborde Maisonnave

Robert-Alain Golay ist Maler und Pierre Laborde Fotograf Bei ihrer Zusammenarbeit treffen nicht nur zwei Generationen aufeinander sondern auch die Malerei und die Fotografie an sich, diese beiden Techniken, und deren manchmal schwieriges Verhältnis zueinander.

Die Malerei ist der Vorgänger der Fotografie und diese wiederum im Dienst der Malerei (zumindest für Reproduktionszwecke). Hier treten diese beiden Vorgehensweisen in einen Dialog, wo sie sich gegenseitig ihr eigenes Bild widerspiegeln.
Die Fotografie ist zuallererst Zeuge der engen Beziehung die der Maler mit seinem Model eingeht. Das Modell wiederum findet sich wieder zwischen dem Pinsel des Malers und dem Objektiv des Fotografen. Obwohl es den ersten Platz einnimmt ist es definitionsgemäss passiv und den Anordnungen der beiden Männer ergeben.
In diesem Abbildungsreigen wird die Malerei fotografiert um anschliessend wiedergemalt zu werden, die Personen zeigen teils ihr eigenes Abbild und teils auch ihre Porträtmalerei.

<Das Ganze ist eine Art Retrospektive der Kunstgeschichte, bei der die Werke der grossen Meister auf die Differenz verweisen, die zwischen dem Selbstporträt des Malers und seinem fotografischen Abbild besteht. Während die fotografische Darstellung des Modells dieses als Objekt der Begierde erotisiert, wird es in der Malerei zu einem einfachen Kunstgegenstand. Denn der Fotorealismus ist unserem alltäglichen Blick verwandt. Die Malerei dagegen schafft eine schamhafte Distanz zur Nacktheit.. (trad/mnem.):-)>

In dieser Bilderabfolge ist aber bei weitem nicht alles Überfluss und Ruhe. Eine werkeigene Dramatik wiederholt sich in den Gesten und Stellungen bis in den stummen Schrei des Kindes und der Farben.

Dieses Polyptychon aus Gemälden und Fotografien, auf Leinwand aufgezogen, alle mit gleicher Höhe, erinnert an die Darstellung einer epischen Erzählung eines Gründungsmythos.
Dabei sind die Spiegelungen allgegenwärtig mit ihren verwirrenden Szenen und Perspektiven; verstärkt durch den geschickt ausgenutzten Übergang zwischen den gemalten und fotografierten Bildern; nicht zuletzt dadurch erhält das Gesamtwerk seinen Status als Werk der Gegenwartskunst. Die Malerei im Spannungsbogen ihrer langen Geschichte fast am Ende ihrer Entwicklung, stellt sich auch gerade durch diese Spiegelung der Frage ihrer Aktualität.
In freizügiger Weise werden verschiedenste Personen der westlichen Malerei aus den unterschiedlichsten Epochen, Länder und Malstilen wieder aufgenommen um sich in ein und demselben Polyptychon wieder zu finden, zwischen dem abgebildeten Maler in einer Reihe, nicht ganz zwanglos. Und was hat das Modell aus der heutigen Zeit dabei verloren, wenn doch die Vorbilder in der Vergangenheit liegen?


....ausführlicher im französischen Originaltext

trad/jmr

Das Modèll
Retabel von Isenheim
Caravago
Der heilige Thomas
Velázquez
Rembrandt